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Ramadan-Beginn – Die Vorzüge des Fastens

Abu Huraira (ra) berichtete, dass unser geliebter Prophet (sas) sagte: “Wenn der Ramadan beginnt, werden die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle geschlossen sowie die Teufel in Ketten gelegt.

Sahih al-Buchari, Kapitel 28/Hadithnr. 1898

Das Fasten selbst ist im Islam eine Form des Gottesdienstes und das Fasten im Ramadan gehört als religiöse Pflicht neben dem Glaubensbekenntnis Shahada, dem täglichen Gebet Salat, der Pflichtabgabe Zakat und der Pilgerfahrt Hadsch zu den sogenannten fünf Säulen des Islam.

Fasten heißt hierbei, von Beginn der Zeit des Fajr-Gebets (Morgendämmerung) bis zum Maghrib (Sonnenuntergang) sowohl nichts zu essen, als auch nichts zu trinken. Darüber hinaus zählen auch bestimmte Verhaltensweisen zum Fasten, wie z. B. dass man sich des Beischlafes mit dem Ehepartner enthält, nicht raucht und sich noch mehr als sonst von schädlichen Dingen fernhält. 

Obwohl das Fasten als eine der fünf Säulen zur religiösen Pflicht eines jeden Muslims zählt, können z. B. sehr alte oder kranke Menschen von dieser Pflicht ausgenommen werden.

Weiterhin steht dieser besondere Monat ganz im Zeichen des Gottesdienstes und neben dem Fasten beschäftigen wir uns darüber hinaus auch intensiver mit Gott, dem Gebet oder zum Beispiel dem Lesen und Rezitieren des Korans – denn es ist auch der Monat Ramadan, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist.

Im Koran wird im Kapitel Die Kuh nochmal die besondere Bedeutung des Fastens hervorgehoben, wo es nämlich heißt:

“O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.”

Sure 2: Al-Baqara, Vers 183

Das Fasten ist also eine Art der Auseinandersetzung zwischen der Seele und ihren Trieben bzw. Wünschen. Als besonderer Gottesdienst ist das Fasten eine mit keinem anderen Gottesdienst zu vergleichbare Art, sich Gott anzunähern. Das Fasten ist allein für Gott und legt Fürbitte ein für den Fastenden am Tage der Auferstehung. So leitet sich auch der Name “Ramadan” von der arabischen Wortwurzel r-m-d her – einem Wort mit vielen Bedeutungen, die aber alle verbunden sind mit dem Vorgang des (Ver)Brennens, wodurch der Monat Ramadan auch metaphorisch verstanden werden kann als der Monat, in dem “die Sünden der Gläubigen verbrennen”.

In Anerkennung dessen gibt es im Paradies ein Tor – genannt Ar-Rayyan – durch das am Tage des Jüngsten Gerichts nur die Fastenden eintreten werden.

Gerade die besondere spirituelle Atmosphäre des Fastenmonats und die Anstrengungen des Fastens und der Enthaltsamkeit bieten uns die Möglichkeit, im Gottesdienst unseren Charakter zu veredeln um uns nach dem gesegneten Monat den Herausforderungen des Lebens geerdet und im Guten weiter stellen zu können.

O Allah, lass uns Jahr für Jahr den Ramadan erreichen und unser Fasten angenommen sein.

O Barmherzigster, bewahre uns vor dem Höllenfeuer, lass uns sicher in das Paradies eintreten und gewähre uns von Deiner ehrwürdigen Gnade.

Wir wünschen allen Geschwistern einen gesegneten Ramadan!